(c) Peter Honnemann

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Do 08.09.2022 | 20:00 Uhr - 22:00 Uhr
Fr 09.09.2022 | 20:00 Uhr - 22:00 Uhr
Sa 10.09.2022 | 20:00 Uhr - 22:00 Uhr
Künstlerhaus Mousonturm - Saal

Marlene Monteiro Freitas, eine der gefragtesten Choreograf*innen Europas, verbindet in ihren atemberaubenden Arbeiten spielerisch Elemente des kapverdischen Karnevals, antike Mythen, Schlüsselwerke der europäischen Kunstgeschichte und Elemente zeitgenössischer Popkultur. Gemeinsam mit den Tänzer*innen ihrer Kompanie und Schauspieler*innen der Münchner Kammerspiele schafft sie eine intensive Performance, in der sich Faszination und Unbehagen in körperlichen Zuständen und skurrilen Situationen Bahn brechen. ‚Mal‘ geht der Ambivalenz des „Bösen“ auf den Grund, erfasst das Ensemble und verwandelt einen hochmusikalischen, virtuosen Tanz in ein giftig-grandiosgroteskes Schauspiel.
Mit George Bataille steht die Kunst in nächster Nähe zum Übel, wenn sie als das Abweichende, Uneindeutige und Gefährliche auftritt. Die Theaterbühne wird zum Schauplatz, an dem sich diese Kraft der Kreativität, Ekstase und des Umbruchs als Embriaguez Divina („göttlicher Rausch“) offenbart und Zuschreibungen von „Gut“ und „Böse“ ins Wanken bringt.

Marlene Monteiro Freitas wurde 1979 auf den Kapverden geboren, wo sie Mitgründerin und Mitglied der Tanzgruppe Compass war und mit dem Musiker Vasco Martins kollaborierte. Nach ihrem Tanzstudium am P.A.R.T.S. (Brüssel) und beim Fundação Calouste Gulbenkian (Lissabon) entwickelte sie ein Tanzprojekt mit den Bewohner*innen von Cova da Moura, einem sozial schwachen Viertel von Lissabon. Sie arbeitete u.a. mit Emmanuelle Huynh, Loïc Touzé, Tânia Carvalho und Boris Charmatz zusammen. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch Offenheit, Direktheit und Intensität aus. „Bacantes – Prelúdio para uma purga““ ist ihre bisher größte Arbeit und feierte im April 2017 in Lissabon Premiere, bevor sie u.a. auf dem Kunstenfestivaldesarts in Brüssel, auf dem Montpellier Danse Festival und dem Athens and Epidaurus Festival gezeigt wurde. Im Jahr 2017 verlieh ihr die Portugiesische Autorenvereinigung (SPA) für ihr Stück „Jaguar“ (2015) den Preis für die beste Choreografie und im selben Jahr wurde sie von der Regierung der Kapverden für ihre kulturelle Leistung ausgezeichnet. Im Jahr 2018 entstand das Stück „Canine Jaunâtre 3“ für die Batsheva Dance Company. Ebenfalls 2018 hat die Biennale di Venezia Marlene Monteiro Freitas den Silbernen Löwen für Tanz verliehen. Sie verbindet eine enge Zusammenarbeit mit dem O Espaço do Tempo und sie ist Mitbegründerin von P.OR.K, einer Produktionsplattform in Lissabon. 2012 und 2017 war sie mit ihren Arbeiten „(M)IMOSA – Twenty Looks Or Paris Is Burning At The Judson Church“ (gemeinsam entstanden mit Trajal Harell, François Chaignaud und Cecilia Bengolea) und „Of ivory and flesh – statues also suffer“ am Mousonturm zu sehen.

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